Montag, 24. April 2017

kurz gefasst #15 Trip nach Hamburg

Hey ho Nemos und alle anderen nicht vorhandenen Leser dieses Blogs,
ich sitze im Auto.
Mit einem blonden Pudel.
Und einem Igel mit Glatze.
Der Igel fährt ruhig und besonnen. Er hat eine rahmenlose Brille mit Metallbügeln auf und guckt freundlich durch seinen Rückspiegel. Daneben sitzt der quirlige Vierbeiner und schüttelt seine Lockenmähne. Ich grinse. Das wird eine Fahrt...

Es geht nach Hamburg, die Perle des Nordens. Ich besuche einen asiatischen Nerd und werde mit vielen hundert Anderen in einer Arena Leuten beim Spielen eines Videospiels zugucken. Das nennt sich E-Sport.

Der Pudel erzählt, dass er gern Snowboard fährt. Der Igel meint, dass er das noch nie gemacht hätte. Auch Ski gefahren sei er noch nie. Ich erzähle eine Gruselgeschichte, wie einfach man sich beim Snowboarden die Handgelenke brechen kann. Der Pudel nickt bekräftigend. Nervös spielt der Igel mit seinen Stacheln. Es beginnt zu regnen. Die Gespräche drehen sich weiter um Sport. Der Pudel und der Igel wollen den Hamburg-Marathon laufen. Der Igel hätte sich diese Mal sogar vorbereitet, sagt er, und fleißig trainiert. Der Pudel nimmt die Sache lockerer. Durchs Gassi gehen ist er immer im Training und hat eine gute Grundfitness. Außerdem läuft er heute nur in der Familienstaffel. Keine große Sache. Ich nicke wissend, obwohl ich keine Ahnung habe, wie groß oder klein so eine Familienstaffel ist.

Nachdem wir alle einvernehmlich das Schulsystem verflucht haben (der Pudel will Sonderpädagoge werden) schneide ich das Thema Ballsport an. Der Igel zupft stärker an seinen Stacheln und meint, das sei nichts für ihn. Wäre wohl auch kostspielig, ständig neue Bälle kaufen zu müssen...
Blondie (der Pudel) spielt Feldhockey, aber kein Fußball. Die Versuchung sich in den Ball zu verbeißen sei einfach zu groß. Aha. Auf meine Nachfrage hin erklärt sie, dass es dieses Problem beim Hockey nicht gibt. Man hat ja den Schläger im Maul. Logisch.

Ich nehme den Laptop und fange an zu tippen. Es wird still im Auto, alle hängen ihren Gedanken nach. Ich muss grinsen, als ich mir vorstelle, wie der Igel auf einem Snowboard die Piste runter schießt. Der Pudel mit einem Ball im Maul und einem Knochen in der Pfote hinter her. Oh Mann. Gut, dass wir da sind. Dann speichere ich mal und klappe den Laptop

Sonntag, 23. April 2017

kurz gefasst #14 Anzug von A bis Z

Hey ho Nemos,
es wird wohl mal wieder Zeit zu bloggen.
Voll ungewohnt und jetzt gerade auch noch übers Handy, crazy.
Ich bin von der Skifahrt zurück und wurde gefragt, wieso ich Nichts mehr gepostet habe.
Ganz ehrlich?
Kein Plan.

Wahrscheinlich einfach keine Lust oder keine Zeit.
Oder keine Lust.
Oder keine Themen.
Oder keine Lust.
Habe ich keine Lust schon erwähnt?
Ne, aber ernsthaft, es macht für mich einfach mal null Sinn etwas zu schreiben, wenn ich keinen Bock habe. Da fehlt der Drive.
Jetzt aber zum Thema: Eins, welches ich schon immer mal ansprechen wollte.
Ich habe schon mal über Style geschrieben und wollte jetzt noch mal etwas über mein Lieblingsklamottenteil ran hängen. Ich werde tausend Sachen vergessen und meine Station verpassen, aber das ist egal.

Also: Anzug.
Warum der Anzug?
1. Er passt immer!
2. Wenn er sitzt, lässt er jeden besser aussehen. Jeden!
3. Er wird seltener von jungen Leuten getragen und das finde ich schade.

Okay. Ich hoffe, ihr könnt aus dem Blogpost irgendetwas rausziehen, deshalb schreibe ich es als Anleitung. Da können Fehler drin sein. Und es geht um Mode. Also alles subjektiv. Damit kommen wir zu den Regeln:

1. Tragt, was Ihr wollt. Das gilt auch beim Anzug. Man hat tausend Möglichkeiten und es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man verkleidet anstatt angezogen aussieht.

2. Weniger ist mehr. Damit meine ich nicht die Anzahl der Kleidungsstücke, sondern wie...ausdrucksstark sie sind. Tragt kein grelles Hemd mit gepunkteter Krawatte, Jackett mit Muster und blauen Schuhen. Außer ihr seid ein Dandy. Oder Italiener. Aber dazu später mehr. Kurz gesagt: Grauer Anzug, weißes Hemd und passende Schuhe und keiner wird jemals etwas sagen.

3. Macht es einfach. Der erste Anzug sitzt vielleicht scheiße oder geht schnell kaputt, weil er billig ist. Und ein Krawattenknoten ist anfangs schwer, aber, wie beim Radfahren, probiert man es immer und immer wieder, dann sitzt der Knoten, wie er soll und ab diesem Moment wisst ihr: Der Stress hat sich gelohnt!

4. Overdressed zu sein ist keine Schande. Underdressed zu sein schon! Ihr kommt zu einem Abendessen als einziger im Anzug? Good for you! Ihr kommt zu einem Galadinner in Jeans und T-Shirt? Suit up, boy!

So. Jetzt zum Detail. Um es einfacher zu machen gehe ich von oben nach unten und schließe mit Accessoires. Demnach fangen wir nicht mit dem Hut an, sondern mit dem

Hemd:
Das wahrscheinlich wichtigste.
Nein, man kann es nicht weg lassen. Nein, man kann es nicht durch ein weißes, schwarzes oder überhaupt irgendein T-Shirt ersetzen. Fangt mit etwas leichtem an: Weiß oder Blau, passt zu allem. Erstmal keine Muster. Später dann leichte Linien oder feine Karos, aber kein Holzfällerhemd! Vom Schnitt her eng, aber nicht zu eng. Immer passend zur Körperform. Vielleicht mal was rotes oder so und gerne mal was schwarzes. Bei wichtigen Angelegenheiten: Back to Basic, sprich blau und weiß. Again: weniger ist mehr!

Der Anzug:
Okay, jetzt kommt aber das Wichtigste.
Zur Farbe: Alle Grautöne, dunkle Blautöne und mit Bedacht auch Braun. Auch hier ist weniger mehr. Ihr habt am Ende vielleicht 6 bis 10 Sachen an, die alle farblich abgestimmt sein müssen, also rastet nicht beim Anzug schon aus! Lieber später Akzente setzen. Schwarz nur zur Beerdigung oder speziellen Anlässen. Wir sind hier nicht in der Matrix!
Schnitt: modern, eng, wie es für euch passt. Hauptsache er sitzt gut! Hierzu gehört auch die Anzahl der Knöpfe. Guckt was passt und lasst euch beraten! Modern und Safe sind zwei.
Weste? Wenn ihr es könnt (körperlich und finanziell), fettes Ja! Der Dreiteiler ist immer geiler! Bitte passend zum Anzug kaufen!
Hose: natürlich passend zum Jackett und ggf. der Weste. Mit Gürtel oder Hosenträgern (was für Fortgeschrittene) nicht beides! Gut sitzend und den Saum vom Schneider kontrollieren lassen! Regel: je enger die Hose, desto kürzer, desto moderner...
Oh und bitte immer nur den ganzen Anzug reinigen. Es kommt sonst zu Farbunterschieden und das sieht dann echt scheiße aus.

Schuhe:
Fuck! Ich hab mich geirrt: Jetzt kommt das Wichtigste. Ehrlich. Die Schuhe zerstören das Outfit! Die Schuhe werden (meist) als Erstes gesehen. Und wenn sie als Letztes gesehen werden und ihr Sneaker tragt (Hallo, Simon), dann hat sich der Aufwand nicht gelohnt. Macht es richtig! Lederschuhe (gibt es für Veganer mittlerweile auch aus Kunstleder in tadelloser Qualität) in Schwarz, Grau oder einer Farbe, die zum Anzug passt. Keine braunen Schuhe, nur zum blauen Anzug. Oder ihr seid Italiener. Die dürfen alles.
Die Schuhe sollten leichten Absatz haben und gepflegt aussehen.
Wer es ernst meint, kauft sich Schuhe passend zum Gürtel. Oder anders herum. Heißt, dass die Schuhe und der Gürtel die gleiche Farbe haben und aus dem gleichen Material, also dem gleichen oder ähnlichen Leder bestehen.

Accessoires:
Glaubt nicht, dass wir fast fertig sind. Der Spaß fängt jetzt erst an. Das tolle am Anzug ist nämlich, dass Mann sich entfalten kann. Aber bitte mit Stil!

Krawatte:
Nein, da wird nicht diskutiert.
Anzug geht nicht ohne Krawatte oder etwas vergleichbares (Fliege, Schalkrawatte etc.). Kauft eure Krawatte teuer (Seide!) und lernt sie zu binden. Sie endet in der Mitte eurer Gürtelschnalle! Nichts ist schlimmer, als eine zu kurze Krawatte. Ihr habt farblich (eigentlich) freie Wahl. Sie kann eure Farbtupfer sein oder durch ihren Knoten auffallen. Seid erfinderisch. Regel: Je dicker oder älter der Träger, desto breiter die Krawatte. Nochmal: Das Tragen einer Krawatte ist obligatorisch.

Gürtel:
Aus braunem oder schwarzem Leder, an die Schuhe angepasst,  mit unauffälliger, nicht zu großer Schnalle. Wird nicht dazu genutzt, dass die Hose rutscht, just sayin‘...

Hut:
Ja, bitte, tragt einen! Wenn er passt und ihr mit Anzug und Hut aus dem Haus geht: Wow. Farblich kann man sich am Anzug orientieren. Ein paar Töne heller oder dunkler und ihr seid good to go. Oder vielleicht passend zur Krawatte? Oder dem Einstecktuch?

Socken:
Dunkle Farbe, oder gewollt grell (Eyecatcher). Keine komischen Muster. Keine Tennissocken. Müssen lang genug sein, falls beim Überschlagen der Beine das Hosenbein hoch rutscht. Im Winter können sie bis zum Knie reichen.

Einstecktuch:
Wo wir bei Thema sind: Bitte aus dem gleichen Material, wie die Krawatte (Seide) und entweder farblich harmonisch oder als Eyecatcher verwenden. Falls ihr auf Nummer sicher gehen wollt: Farbe des Hemdes. Easy.

Krawattenklammer und -nadel:
Nein, das ist nicht dasselbe. Die Klammer hält die Krawatte an Ort und Stelle. (Wird zwischen 3. und 4. Hemdknopf fest gemacht.) Sollte nicht länger sein, als die Krawatte breit ist. Manchmal geht es allerdings nicht anders.
Die Nadel hält dagegen den Knoten der Krawatte an Ort und Stelle und ist reine Zierde. (Heißt, euer Krawattenknoten muss auch so halten...) Manchmal sitzt am Ende der Nadel ein Stein, dieser kann farblich an die Manschettenknöpfe angepasst werden.

Manschettenknöpfe:
Halten die Manschetten zusammen. Sollten farblich auf den Restschmuck abgestimmt sein. Gibt es ein farbliches Ende, kann es sich im Outfit oder speziell im Ende der Krawattennadel wiederfinden.

Schmuck:
Ringe, Uhren usw...
Tragt, was ihr wollt, aber übertreibt es nicht. Wenn ihr euch klassisch orientiert: Nur ein Ring pro Hand (maximal) und den gesamten Schmuck (z.B. die Uhr) farblich und materiell aufeinander abstimmen, z.B. Silber.

Alles in allem: Habt Spaß, Jungs. Probiert was aus! Findet euren Anzug und eure Lieblingskrawatte. Testet mal eine Taschenuhr und und und. Oh und wenn ihr einen dummen Spruch zu hören kriegt: Ein Gentleman genießt und schweigt.
                                                                                                                              
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Bis dann Jaschi/Jay

Text: Jaschi
Lektorin: Julia